Guatemala
Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe spiegelt Guatemala in vielerlei Hinsicht die komplexen Strukturen ganz Lateinamerikas wider: Sowohl in der naturräumlichen Gliederung als auch in der historischen, politischen oder sozioökonomischen Entwicklung kann das Land mit seinen unterschiedlichen Landschaftszonen, mit seiner wirtschaftlichen Struktur und seiner Vielzahl an gesellschaftlichen Brüchen als Prototyp des lateinamerikanischen Staates angesehen werden.
Als das nördlichste Land Zentralamerikas ist Guatemala mit knapp 109 000 km² nach Nicaragua und Honduras flächenmäßig zwar nur das drittgrößte Land der Region; mit etwa 13,9 Millionen Einwohnern ist es aktuellen Schätzungen zufolge aber das bevölkerungsreichste Land Mittelamerikas mit einer der höchsten Zuwachsraten pro Jahr in ganz Lateinamerika (2,6% im Durchschnitt der Jahre 1995 - 2000).
Mehrheitlich Indigenas

Strasse in Antigua mit Blick auf den Vulkan Pacaya.
Mit einem Anteil von ca. 55% der Gesamtbevölkerung (geschätzt, 2002) gehört Guatemala zu den Ländern Lateinamerikas mit einem sehr hohen Anteil der indigenen Bevölkerung.
Guatemala kann in drei große Naturräume unterteilt werden: Dem von den zwei Hauptketten der zentralamerikanischen Kordilleren durchzogenen zentralen Hochland schließen sich nördlich die flache Kalktafel des Petén und das Schwemmland des Karibischen Tieflandes an, während sich das pazifische Tiefland als flache Ebene aus Sedimentgesteinen zwischen der steil abfallenden Vulkanreihe des Hochlandes und der Pazifikküste im Süden des Landes erstreckt.
Das Klima reicht entsprechend der unterschiedlichen Höhenstufung der Naturräume vom wechselfeuchten Tropenklima des pazifischen Tieflandes und dem dauerfeuchten Klima des Petén und des Karibischen Tieflandes über die gemäßigte Klimazone des zentralen Hochlandes bis hin zu den kalten Gebirgsklimaten des westlichen Hochlandes mit seinen Erhebungen von über 4000 m. Die durchschnittliche Temperatur in Guatemala-Stadt beträgt 18,3°C bei einer mittleren Niederschlagsmenge von knapp 1200 mm pro Jahr, die sich auf die Regenzeit während der Monate Mai bis Oktober konzentriert.