Projekte 2000 bis 2004
2000-Chuacruz
Grundschule mit vier Klassenräumen und Toiletten
35.000,- DM
Instituto Altiplano
Zuschuss zum Gesamtprojekt
10.000,- DM
2001-Barberena
Grundschule mit vier Klassenräumen und Rektorenzimmer
40.000,- DM
Wiederaufbauhilfe in Mittelamerika nach Erdbeben
4.000,- DM
Vier Schulklassen für Barberena
In 2001 wurde Barbarena als Projektort ausgewählt. Das kleine Streudorf im Departemento Sololá liegt in einem kleinen Tal, direkt an der Panamericana. Für rund 100 Kinder ist die provisorische Lehmhütte mit Blechdach der Ort des Lernens.
Die Entscheidung für Barberena als Projektort fiel in diesem Jahr leicht: Die Kinder brauchten ein richtiges Schulgebäude und die Dorfgemeinschaft stand mit vollem Engagement hinter dem Projekt. Darüber hinaus sollte die Schule als zentraler Treffpunkt für die verstreut lebenden Dorfbewohner dienen. Wir bauten die Schule am Rand des Dorfkerns, unmittelbar neben den älteren Lehmbauten. Die Arbeit auf der Baustelle richtete sich auch nach dem Stundenplan der Schüler. Wenn diese aus den Klassenräumen strömten und neugierig den Fortschritt der Bauarbeiten inspizierten waren das auch für uns angenehme Minuten. Zusammen spielten wir dann oft Ball oder Fangen.
Die Arbeit an dem zweistöckigen Schulgebäude ging ohne Zwischenfälle voran und die Zusammenarbeit mit den guatemaltekischen Maueren machte uns allen Spaß. Mit den Arbeitern konnten wir oft über den Bauablauf fachsimpeln. Vor allem die Unterschiede zwischen deutschen und guatemaltekischen Baustellen waren immer ein beliebtes Thema, zum Beispiel pro und contra Helmpflicht. Wir wussten auch schon vorher, dass die Bauarbeiter in der Regel nicht gut ausgestattet sein würden.

So tauschten die Arbeiter gerne ihre abgeschnittenen Gummistiefel gegen die aus Deutschland mitgebrachten Arbeitsschuhe ein. Besonders in Erinnerung bleibt die Zeit, die wir mit unseren Gastgebern, der Familie Tun Tui, verbringen konnten. In dem Nebenraum ihres Hauses, den sie uns für die Zeit zum wohnen überließen verging kein Abend, an dem wir nicht zusammen spielten, lachten, oder über (Foto) Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Guatemalteken und Deutschen erzählten.
Die Fertigstellung der Betondecke war innnerhalb unserers Aufenthalts ein besonderes Ereignis. Das gesamte Dorf, alle Bauarbeiter und die Projektteilnehmer müssen an diesem Tag an einem Strang ziehen, damit der von Hand gemischte Beton per Schubkarre das Dach erreicht.
2002-Tierra Linda
Erweiterung um 2 Klassenräume
Von Anfang Juli bis Anfang Oktober waren wir im schönen Dorf Tierra Linda. Das kleine Dorf liegt im Departamento Sololá, im Hochland Guatemalas. Wir, das sind 15 deutsche freiwillige Teilnehmer zwischen 18 und 40 Jahren (überwiegend weiblich). Wir alle haben uns für den Sommer 2002 einen Urlaub ausgesucht der ganz fern von Strand und Kneipen stattfinden soll.

In Tierra Linda haben wir die vorhandene Grundschule um zwei Klassenräume, ein Lehrerzimmer, neue Sanitäranlagen und eine Küche erweitert. Dies war sehr nötig, da in den zwei bestehenden Räumen sechs Klassen unterrichtet wurden. Wie eng es dabei zuging, kann man sich vorstellen. Trotz einer Wegbeschreibung in der Tasche, war es nicht leicht das Dorf zu finden. Es fährt kein Bus dorthin, es gibt keine befestigte Strasse. Und doch haben wir nach häufigem Fragen und den Hinweisen vieler hilfsbereiter Menschen die Streusiedlung gefunden; irgendwo zwischen hohen Maispflanzen versteckt. In Tierra Linda pflanzt jede Familie, die genügend Land besitzt Mais an. Es ist das Grundnahrungsmittel der Guatemalteken. Daraus werden die legendären Tortillas gemacht, die kaum ein Guatemalareisender je vergisst. Wir haben uns auch einmal mit dem Tortillabacken versucht, aber nach kläglichem Scheitern haben wir es den einheimischen Frauen überlassen. Auf der Baustelle haben wir verschiedenste Handlangertätigkeiten ausgeführt, mit der Folge, dass wir in den ersten Tagen ganz schön Muskelkater bekamen. Besonders viel Spaß hatten wir bei der Baustellenarbeit, wenn in den Pausen die Schulkinder zu uns kamen, mit uns spanische- und deutsche Lieder sangen, uns Blumen schenkten und mit uns spielten. Nach fast einem Jahr fand in Tierra Linda die Einweihungsfeier der Schule statt. Es wurde die Nationalhymne gesungen, eine lange Rede von jeder wichtigen Person gehalten, ein Dankeschön (in Form eines selbst bestickten Wandteppichs) an OYAK überreicht und für alle Gäste gekocht.
Auch wenn wir manchmal das Gefühl hatten, dass die Bauarbeiter die Schule auch ohne unsere Hilfe hätten bauen können, glaube ich, dass es wertvoll für die Menschen in Tierra Linda war, dass wir vor Ort waren. Sie konnten durch unsere Anwesenheit ein bisschen mit einer doch sehr fremden Kultur in Kontakt kommen und so ganz neues Wissen erlangen und umgekehrt natürlich auch.
2003-El Tablón
Von Anfang Juli bis Ende September waren es insgesamt 16 OYAKler im zentralen Dorf von El Tablón, in der Nähe von Sololá. Wir 16 waren sehr unterschiedlich, was sich nicht zuletzt auch in unserem Altersunterschied wiederspiegelte: Die Spanne reichte von 17 bis 60. Zusammen haben wir im Sommer ein tolles Projekt auf die Beine gestellt. In den 9 Wochen konnten wir mithelfen, dass der Schulkomplex Colegio Maya Tzolojyá durch ein Vorschule vervollständigt werden konnte. Nun gibt es neben der Grundschule Miguel Ángel Asturias und der weiterführenden Schule auch die Vorschule, die dazu da ist, die Grundschule zu entlasten. Das Gebäude hat 5 Klassenräume, eine Schulküche, Sanitäranlagen und ein Lehrerzimmer. Anekdoten aus dem Projektleben Am Anfang haben wir zu dritt versucht die Herzen unserer Gastfamilie zu gewinnen.

Mit unterschiedlichen Methoden kamen wir da zum Ziel. Als es einmal von uns gemachte Bratkartoffeln mit Salamibrot (extra aus Deutschland importiert) gab, war die Skepsis anfangs sehr gro. Wir konnten jedoch das Missverständnis schnell beheben, als wir erklärten, dass es sich um Wurst handelt und nicht um Rote Beete. Daraufhin wollte die ganze Familie immer mehr Salamibrote. Das gesamte Schulkomitee kannte uns auch sehr bald. Durch unsere Arbeit auf der Baustelle fanden wir schnell den Kontakt zu den anderen Einheimischen. Oft wurde über uns gelacht, denn weiße Touristen die auch noch schwer arbeiten, trifft man nicht oft in Guatemala. Besonders verwunderlich ist es für die Guatemalteken, dass Frauen auf einer Baustelle schuften. In Deutschland ist das ja auch noch nicht wirklich anerkannt. Als wir Mädchen dann aber schwere Zementsäcke schleppten, kamen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zum Ende des Projektes war das ganze Dorf mit uns gut bekannt, und keiner dachte mehr, dass wir bloß reiche amerikanische Touristen seien. Und als das Schulgebäude dann fertig war, haben sich die kleinen Schüler wie auch deren Eltern sehr gefreut, dass es nun endlich eine richtige Schule für den Unterricht gibt. Vorher standen dort Blechhütten. Nicht nur die Guatemalteken haben aus dem Projekt ihren Profit gezogen, auch wir deutschen Teilnehmer haben Vieles dazu gelernt. Unter anderem, sich einleben in einer völlig fremden Kultur. Besonders beeindruckt hat uns, wie sich Menschen die sowenig besitzen, über Kleinigkeiten in ihrem Leben freuen können.
Projekt 2004
Die Dokumentation des Projektes 2004 ist in Arbeit.